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Schliebmich -weiter geht's mit meinem Fastenbericht -

Fasten kann peinigen. Die seltsame Lust am Schmerz

11:00 Uhr
Das mit dem Sand im Getriebe ist im Laufe des Tages noch viel schlimmer geworden. Besonders die Dickezehgelenke fühlen sich an als wären da Messer installiert die

fortwährend an meinen Knochen sägen. Auch die Knie und die Schultermuskeln, autschi!
Meine Liebste hat eben am Telefon gesagt, dass sei Harnsäure. Die würden sich mit zunehmender Fastenzeit aus den Zellen lösen. Ich habe gefragt aus welchen Zellen die sich denn lösen sollten und warum. Da meine Frau nun mal keine Medizinerin ist, viel die Erklärung etwas mager, aber dennoch so aus, dass ich es so stehen lassen konnte und beruhigt war.
„Also, nachdem der Körper erstmal literweise Wasser abgebaut hat und von den ersten Reserven gelebt hat, die da noch so ungebunden im Körper rumgeflitzt sind, geht er jetzt an seine Vorratskammer“, erklärte sie mir.
„Da hoffe ich nur, dass er schön gierig die Regale leerräumt“, habe ich da gesagt.
Dann erklärt sie mir weiter: „Und weil in den Regalen eben die Nährstoffe nicht einfach so in reiner Form rumquaddeln, sondern schön verpackt sind, eben wie im richtigen Leben, holt er sich nicht nur die guten Sachen aus den Regalen sondern auch die Abfallstoffe. Quasi die Dosen und Umverpackungen der Kalorien, und die bestehen nicht aus Weißblech, Lack und Papier oder Plastik, sondern aus Müll, Gift und Dreck, also auch wie im richtigen Vorratsregal. Und so ein Dreck ist auch die Harnsäure, die sich mit ihren kleinen Kristallen gerne in den Gelenken bemerkbar mache will.“
„Also ist das Knochensägen ein Beweis und ein Zeichen, dass mein Körper auf der Gewinnerspur ist und die Vorratskammer plündert“, überlege ich.
Soll er, beschließe ich. Ich werde ihm dabei helfen. Langsam fängt die Sache an Spaß zu machen. Gelegentlich stehe ich auf und mache irgendwelche dummen Bewegungen, damit ich meinem Körper beim Kämpfen nachspüren kann. Oh, da hat es wieder gesägt, super. Auja, da auch, autschi. Komm Schmerz quäle mich! Die Freude am Schmerz löst ja schon fast euphorische Gefühle aus. Ist das der Punkt, wo der Marathonman anfängt zu geifern und nicht mehr aufhören kann mit dem Gerenne?
Kategorien: Aus meinem Leben | 1 Kommentar

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Hannelore am :

http://www.andrea-hofmann.de/de/publikationen-artikel-negative-nebenwirkungen-des-fastens-welche-sind-das-wie-entstehen-sie-was-hilft-dagegen.html

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