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Dienstmädchen

eine reine Geldfrage

Jakob hatte heute mal wieder Probleme sein Zimmer aufzuräumen. Darüber hinaus quollen die Legos und Modellautos, Schwerter, Dolche, Taschenlampen und alles was ein 8 jähriger Junge so an Schätzen sammelt, bereits aus seinem Zimmer hinaus auf den Flur und hinein ins Wohnzimmer den heiligen Hallen seiner Mama.
Nachdem seine Mama zum wiederholtem Male auf der Küchenarbeitsplatte irgendwelchen Kram von Jakob weggeräumt hatte um Platz zu schaffen für ein verwendetes Küchengerät, platzte ihr kurzfristig der Kragen.
„Verdammt noch mal Jakob, räume endlich Deinen Kram weg. Ich bin doch nicht Dein Dienstmädchen!“

Jakob zuckte kurz zusammen. So ein Spontananschimpfen war er nicht unbedingt gewohnt.  Nach einigem Überlegen schaute er seine Mama bewundernd an und meinte: „Da hast Du Recht Mama, du bist auch viel günstiger als ein Dienstmädchen. Du bringst ja sogar noch Geld mit!“

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Das Lob

Väter sind ja so berechenbar.

Jakob hätte heute eigentlich einen Ausflug zum Duisburger Zoo mit seiner Feriengruppe gehabt, wenn er nicht doch lieber zur  Geburtstagsfeier seines Freundes Timmi  gegangen wäre. Als ich ihn dort wie vereinbart um 18:30 Uhr abholte, rief er mir schon von weitem zu: „Papa geh doch einfach nach Hause.“
Kinder sind ja so gnadenlos, und noch gnadenloser sind sie zu ihren Eltern. Ich habe mich dann auch bei ihm beschwert und ihm zu verstehen gegeben, dass ich vielmehr ein Lob verdient hätte, weil ich so pünktlich gewesen sei.
Später dann zuhause überkam Jakob der Tatendrang, und er hämmerte und sägte im Garten an irgendwelchen Latten herum. Dann war plötzlich Ruhe, wunderbar. Der 8 jährige Hobbyschreiner hatte ein zusammengenageltes Lattenkonstrukt in doppelter Jakobgröße im Schlepp und nahm Kurs auf Terrasse und seinen Vater, nicht wunderbar.
„Papa, kannst Du mir mal helfen?“
„Nöö!“, Väter können ja so nachtragend sein!
„Papa, du musst mir aber helfen!“
„Nö!“
„Papa komm, das kannst Du doch so gut!“
„Was soll ich denn helfen?“, hörte ich mich fragen. Die Nö-Front bröckelte bereits.
„Das Stück hier“, dabei zeigte er auf einen bereits angesägten 10cm großen Teil der Querlatte.
„Das Stück muss abgesägt werden.“
„Ach das kannst Du doch selber auch richtig gut!“
„Ja Papa ich kann das zwar“, und dann kam dieser Augensaufschlag gekoppelt mit der für ihn typischen Handbewegung, so als wolle er etwas von sich wegdrücken.
„aber Du kannst das viel besser, wie ein Papa eben!“, damit traf er ins Schwarze.
Machen wir es kurz. Papa sägte, das Stück viel zu Boden, und Sohnemann strahlte. Dann besah er sich das Werk und die saubere Sägekante und meinte: „Gute Arbeit Vater, echt gute Arbeit!“, und verschwand mitsamt Latten im verwilderten Garten.

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