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Tierfreund

Jakob führt eine Familie zusammen.

Jakobs Mama war vollauf begeistert, befand sich doch gerade der Sohn von Schnecki (oder war es doch die Tochter? So genau kann man das bei Schnecken ja nicht sagen) auf dem Weg zu ihrem Salatblatt. Das wäre ja nun eigentlich nicht so erwähnenswert, wenn dieses Salatblatt nicht mittig auf dem Esstisch in unmittelbarer Nachbarschaft des Fleischtellers gelegen hätte. Der Teller mit Grillfleisch sollte ursprünglich von der Küche in den Garten getragen werden, wo der Grill bereits glühte und der Tisch gedeckt wurde.
Der Garten war neben Schwimmbädern der Ort, an dem sich Jakob am liebsten aufhielt. Mit seinen sieben Jahren kümmerte er sich mit Vorliebe um alles im Garten, Hauptsache man konnte es ausbuddeln, ausreißen, beklettern, wegschießen, jagen oder auch mal behüten, aber letzteres eher selten.

Eigentlich war Jakob auch diesmal wieder auf dem Weg in den Garten. Zuvor sollte er jedoch das Grillfleisch von der Küche zu seinem Vater auf die Terrasse bringen. Nachdem es der Fleischteller die drei Meter bis ins Esszimmer geschafft hatte, überkam Jakob der Gedanke, jetzt aber mal ganz schnell auf Klo zu gehen.  Solche plötzlichen dringlichen Aktionen sind bei Jakob normal und bei den Eltern sowohl hinlänglich bekannt als auch akzeptiert. Nun gut, gelegentlich nervt so was auch mal, aber man hat ja keine wirkliche Wahl. 

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Dienstmädchen

eine reine Geldfrage

Jakob hatte heute mal wieder Probleme sein Zimmer aufzuräumen. Darüber hinaus quollen die Legos und Modellautos, Schwerter, Dolche, Taschenlampen und alles was ein 8 jähriger Junge so an Schätzen sammelt, bereits aus seinem Zimmer hinaus auf den Flur und hinein ins Wohnzimmer den heiligen Hallen seiner Mama.
Nachdem seine Mama zum wiederholtem Male auf der Küchenarbeitsplatte irgendwelchen Kram von Jakob weggeräumt hatte um Platz zu schaffen für ein verwendetes Küchengerät, platzte ihr kurzfristig der Kragen.
„Verdammt noch mal Jakob, räume endlich Deinen Kram weg. Ich bin doch nicht Dein Dienstmädchen!“

Jakob zuckte kurz zusammen. So ein Spontananschimpfen war er nicht unbedingt gewohnt.  Nach einigem Überlegen schaute er seine Mama bewundernd an und meinte: „Da hast Du Recht Mama, du bist auch viel günstiger als ein Dienstmädchen. Du bringst ja sogar noch Geld mit!“

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Das Lob

Väter sind ja so berechenbar.

Jakob hätte heute eigentlich einen Ausflug zum Duisburger Zoo mit seiner Feriengruppe gehabt, wenn er nicht doch lieber zur  Geburtstagsfeier seines Freundes Timmi  gegangen wäre. Als ich ihn dort wie vereinbart um 18:30 Uhr abholte, rief er mir schon von weitem zu: „Papa geh doch einfach nach Hause.“
Kinder sind ja so gnadenlos, und noch gnadenloser sind sie zu ihren Eltern. Ich habe mich dann auch bei ihm beschwert und ihm zu verstehen gegeben, dass ich vielmehr ein Lob verdient hätte, weil ich so pünktlich gewesen sei.
Später dann zuhause überkam Jakob der Tatendrang, und er hämmerte und sägte im Garten an irgendwelchen Latten herum. Dann war plötzlich Ruhe, wunderbar. Der 8 jährige Hobbyschreiner hatte ein zusammengenageltes Lattenkonstrukt in doppelter Jakobgröße im Schlepp und nahm Kurs auf Terrasse und seinen Vater, nicht wunderbar.
„Papa, kannst Du mir mal helfen?“
„Nöö!“, Väter können ja so nachtragend sein!
„Papa, du musst mir aber helfen!“
„Nö!“
„Papa komm, das kannst Du doch so gut!“
„Was soll ich denn helfen?“, hörte ich mich fragen. Die Nö-Front bröckelte bereits.
„Das Stück hier“, dabei zeigte er auf einen bereits angesägten 10cm großen Teil der Querlatte.
„Das Stück muss abgesägt werden.“
„Ach das kannst Du doch selber auch richtig gut!“
„Ja Papa ich kann das zwar“, und dann kam dieser Augensaufschlag gekoppelt mit der für ihn typischen Handbewegung, so als wolle er etwas von sich wegdrücken.
„aber Du kannst das viel besser, wie ein Papa eben!“, damit traf er ins Schwarze.
Machen wir es kurz. Papa sägte, das Stück viel zu Boden, und Sohnemann strahlte. Dann besah er sich das Werk und die saubere Sägekante und meinte: „Gute Arbeit Vater, echt gute Arbeit!“, und verschwand mitsamt Latten im verwilderten Garten.

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Das Buch

       

Jakob hat ein kleines Problem

Ein Auszug aus "Jakobs Tagebuch"

In letzter Zeit hatten sich die Ereignisse überschlagen und eine Katastrophe gab der nächsten die Klinke in die Hand. Nach dem Wasserrohrbruch folgte der Einbruch in die Wohnung von Jakobs ältestem Bruder David. Dann kam die Nachricht, dass die Wände nach dem Rohrbruch nicht richtig abtrockneten, und jetzt saß Jakob am Esstisch und produzierte ohne Unterlass Papierschnipsel. Alles in Allem zuviel für ein zart besaitetes Männerherz wie das von Jakobs Papa
Eigentlich bestand gerade heute kein Grund für Jakobs Papa kurz angebunden zu sein. Jakob war erst vor einer halben Stunde mit seiner Mama nach Hause gekommen, und jetzt war es bereits neunzehn Uhr. Da war also genug Zeit gewesen, mal etwas abzuhängen, so alleine zuhause.
Jakobs Mama hatte Jakob und Fabio, den kleinen portugiesischen Kugelblitz mit der verblüffenden Ähnlichkeit zu Ronaldo, vom Schwimmen abgeholt und war dann anschließend zu Fabios Mama gefahren um sich dort kompromisslos festzuquatschen. So wie Fabio seinem Idol Ronaldo glich (allerdings nur bezüglich Mimik. Fabio hatte noch zuviel Kinderspeck. So war er allein auf Grund seiner Statur der geeignete Angstgegner in jeder Kinderfußballmannschaft)  war Maria die fleischgewordene portugiesische Mama. Dunkle Haut, lange kohlrabenschwarze Haare, die ihren Kopf mit wallenden Locken zu einem echten Hingucker machten. Darüber hinaus war sie mit der Fähigkeit ausgestattet, zu jeder Verabredung mindestens eine halbe Stunde zu spät zu kommen, um sie dann anschließend mindestens um eine Stunde zu überziehen.
Jakobs Mama war also nun bei Maria und quatschte und Jakob spielte mit Fabio. Wenn so zwei kleine Jungs zusammen sind, dann werden schonmal die Väter bemüht, um mit dem deutlichen Hinweis auf die Abstammung die ein oder andere Supermanneigenschaft für sich zu beanspruchen.  So kann Jakobs Papa ohne Hilfsmittel über eine drei Meter hohe Mauer springen, die besten Spiegeleier braten oder besser Karate als alle bereits bekannten Kämpfer. Fabios Papa konnte auch ganz viele Sachen, aber die interessierten Jakob ehr weniger, weil sein Papa das alles sowieso besser konnte als Fabios Papa (stech, wer’s zu spät sagt, hat Pech)!

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Rasentherapie

Jetzt sehe ich meinen Rasen mit ganz anderen Augen

„Schau doch mal, hier gibt es im Ramsch-Laden unten, da wo früher der  Kaisers war, ein Planschbecken für unseren Kleinen!“

Diese Nachricht erreichte mich nur Minuten nachdem ich das Haus betreten hatte, und ich mich an der mich umfangenden Kühle erfreuen konnte. Draußen hatte endlich der Sommer Einzug gehalten und uns Temperaturen von ca. 30° geschenkt. Das sollte auch so bleiben, zumindest, was die Meinung der Wettermacher anging.

„Toll!“, antwortete ich etwas missmutig.

Das würde mal wieder Arbeit bedeuten. Der Rasen müsste vorab gemäht werden. Das war aber nicht so einfach möglich, da mein Rasenmäher bereits seit 2 Wochen kaputt am Rand der Terrasse geparkt war. Vor Jahren hatte ich mir nach langem Zögern so einen Aufsitzmäher gekauft. Da konnte man zwischen Nachhausekommen und Abendtermin noch schnell ohne Kleiderwechsel, quasi im Anzug, den Rasen mähen. Seit ca. 2 Wochen war aber Asche mit „Ich mach mal schnell den Rasen“. Der Mäher wollte einfach nicht anspringen.

Also führte ich mein <TOLL> als Antwort weiter aus: „Das Planschbecken ist ja 236 x 153 cm groß, da muss ich aber vorab den Rasen mähen, und Du weißt doch….“

„Dann lässt Du den Mäher eben abholen und leihst Dir einen bei Nachbars.“

„Ja wer hat denn hier einen Rasenmäher?“, versuchte ich verzweifelt zu kontern.

„Alle haben einen Rasenmäher, mein Schatz!“, kam es süffisant aus der Frauenecke.

 

 

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Kategorien: Aus meinem Leben | 3 Kommentare
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