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Von Wespen und dicken Lippen

Da kocht das Papaherz, wenn der Kleine gestochen wird.

Unser Kleiner kam gestern von den Ferienspielen der OGS zurück nach Hause, total müde, ausgepowert, dreckig aber glücklich! Das Glück hatte allerdings einen schmerzhaften Haken. Jakobs Oberlippe war leicht geschwollen. Sein Freund Kanukchai (ich hoffe, der Name ist so annähernd korrekt geschrieben, denn Thailändisch ist nicht meine Stärke.)  schaute auch ganz mitleidig auf den männlich leidenden Jakob.

 
Unser Kleiner berichtete, vom zustimmenden Nicken seines Freundes begleitet, wie er zu dem Stich gekommen war. Die Kinder waren im Wald zusammen mit den Betreuern mit dem Bau diverser Hütten und Unterstände beschäftigt, als eine Wespe unbeirrbar um Jakobs Kopf kreiste. Jakob hat sich absolut richtig verhalten und keine hektischen Bewegungen gemacht. Als die Wespe sich seinen Augen näherte, hat er die Augen geschlossen und erst als sie sich auf das Augenlid setzte, hat er sie mit einer langsamen Handbewegung weggewischt. Das dumme Stück ist jedoch weiter vor seinem Gesicht herumgekreist und hat dabei sämtliche Öffnungen angeflogen. Angefangen bei den Ohren, zurück zu den Augen, runter zur Nase zum Rand der Nasenlöcher und landete schließlich auf der Nasenspitze des mittlerweile arg nervösen Jakob. Auch jetzt wurde der kleine Held nicht hektisch. Mit ruhiger Hand wollte er die Wespe erneut zum Weiterfliegen animieren. Nur, die Wespe hatte andere Pläne und wollte nicht weiterfliegen. Da das penetrante Insekt wieder Kurs auf Jakobs Nasenlöcher nahm, hielt er seine Hände vor sein Gesicht und wartete mit geschlossenen Augen auf den Rückzug der Ungetüms. Nur, diese Wespe verhielt sich wie der klassische Wadenbeißer. „Ich weiß dass ich nerve und tu es jetzt extra!“
Als Jakob uns erzählte wie ruhig und mutig er war, kochte in mir die Wut auf diese Plagegeister hoch. Kein Frühstück im Freien, keine Grillparty ohne diese lästigen Viecher. Ein Blick auf die Lippe meines kleinen Bengels brachte meinen Beschützerinstinkt noch zusätzlich in Wallung! Die Augen meines leidenden Schatzes waren groß und feucht, und sein Stimmchen wurde mit jedem Wort wackeliger.
Kanukchai erzählte dann mehr mit Gesten als auf Deutsch, dass die Wespe sich auf Jakobs Finger gesetzt hatte um ihn dann zwischen zwei Finger hindurch in die Lippe zu stechen.
„Die Wespe hat dann so…“, Kanukchai hielt seine Hand mit leicht gespreizten Fingern vor Mund und Nase.
„Dann hat sie den Popo so geknickt!“, jetzt zeigte er mit dem Zeigefinger der anderen Hand eindrucksvoll wie die Wespe ihr Hinterteil abgeknickt und zugestochen hat.
„Das tut weh!“, beendete er seine Schilderungen.
„Papa, da musste ich dann doch mal richtig weinen!“, schluchzte Jakob, und die Erinnerung an den bösen Schmerz ließ erneut die Tränen laufen. Die Tränen liefen dann ca. 3 Stunden später erneut, als er sich ehr beiläufig den Kopf an einer Lampe stieß. Weinend vergrub er seine Kopf in meiner Halsbeuge:“ Papa ich bin so müde, dass ich keinen Schmerz mehr vertragen kann!“ Diesmal dauerte es ungewöhnlich lange bis er sich wieder beruhigte. Aber letztendlich schauten mich seine nassen Augen aus einem mit Tränen und Dreck verschmiertem Gesicht an und lachten über die Ungerechtigkeit des Tages!

Ein Tag später: Eben rief mich die beste Mama von allen an, und berichtete mir, dass die Lippe über Nacht mächtig angeschwollen sei.
Kann mir jemand ernsthaft sagen wozu Wespen gut sind? Bienen ok, Hummeln ok, selbst Mücken vollgepumpt mit meinem Blut als Futter für anderes Getier leuchten mir ein. Aber was ist mit Wespen?

Aber was ich eigentlich schreiben wollte:
Wespenstiche sollten sofort gekühlt werden.
Gut soll sein, eine Scheibe einer quer geteilten Zwiebel oder eine Zitronenscheibe auf den Stich zu drücken. Das soll die Schwellung schnell zurückgehen lassen.
Der erste Schmerz lässt rasch nach, wobei die Schwellung erst nach zwei Tagen ihren Höhepunkt erreichen kann.
Kortisonhaltige Salbe kann sehr gut helfen die Schmerzen und Schwellung zu lindern (hier sollte aber vorab der Arzt konsultiert werden!)
Allerdings gilt wie immer bei solchen halbgaren Ratschlägen: „Jeder muss für sich entscheiden, was am Besten ist, und egal ob mit Arzt oder ohne Arzt: Vorsicht vor allergischen Reaktionen!“

Wir warten jetzt erstmal ab. Erste Maßnahmen wie Kühlung und Salbe wurden bereits ergriffen!
PS: Wer einen Garten sein eigen nennt, kann Lavendel und Sommerflieder anpflanzen. Diese Pflanzen sehen nicht nur gut aus und riechen verlockend, darüber hinaus locken sie Schmetterlinge, Bienen und besonders Hummeln an. Ein schlauer Mensch sagte mal zu mir: „Wo Hummeln sind, wirst Du keine Wespen sehen, denn die können sich nicht leiden!“ Ich habe seinen Rat vor Jahren umgesetzt. Wir haben kaum bis gar keine Wespen im Garten! Vielleicht liegt es ja wirklich am Lavendel! Und Hummeln interessieren sich nicht für Grillgut oder Frühstücksgedecke und auch nicht für Kinderlippen!

Kategorien: Aus meinem Leben | 0 Kommentare

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