Skip to content

Geburtstag, Auto und sonstige Katastrophen (Teil4)

Nach Auto und sonstigen Katastrophen kann Jakob den Geburtstag seines Papas nicht mehr abwarten. Wer wissen will, welche Freude es bereitet zu schenken, der braucht nur ein Kind dabei zu beobachten.

Das ist der Schluss der kleinen Geschichte. Willst Du wissen was vorher geschah dann lies zuerst Teil1 Teil2 und Teil3

Also, heute einige Jahre nach der Windelaktion waren die Drei mal wieder im Brauhaus in Bad Münsteriefel.
„Ohh du hast noch zwei Brüder. Wie alt sind deine Brüder denn?“ Wollte die Brauhauschefin wissen.  
„Mama, sag du!“
Jakobs Mama schaute ihren Kleinen auffordern an. „Na du weißt doch, wie alt die beiden sind!“
„Achmmm  ja, also der Markus ist Soldat und der David lebt woanders und mein Papa wird 52!“

“Frau Brauhaus“ war jetzt erstmal zufrieden mit den Angaben und als das Bier gebracht wurde, stellte Jakobs Papa fest, dass das Bier in neuen Krügen serviert wurde.
„Oh schau mal, die Krüge sind aber schön. Da ist sogar ein Bild vom Brauhaus drauf und dann dieses weiße Porzellan, toll. So einen wünsche ich mir.“, und dabei zeigte er den neuen Krug seinem Männelein und die Beiden betrachteten andächtig die Zeichnung auf der Seite.
Anschließend war Jakob dann eine ganze Weile verschwunden und mit der Kellnerin in geheimste Gespräche vertieft.
Zwischendurch kam der Kleine dann an denTisch, drehte seinem Papa den Rücken zu und sagte nur halblaut (flüstern ist ja nicht nötig, da Papa ja halbtaub ist):
„Mama hast du mal Geld. Ich bekomme ja heute noch Urlaubstaschengeld stimmts?! Und gestern hast du auch vergessen, mir mein Taschengeld zu geben. Weißt du ich will dem Papa den Bierkrug kaufen!“
Jakobs Mama stand dann auch auf und ging mit Jakob weg, aber nicht ohne sich noch mal kurz umzudrehen und zu erwähnen, dass sie mit Jakob zur Toilette gehen würde.
Einige Minuten später verschwand dann ein in Einschlagpapier eingewickeltes Etwas in Mamas großer Handtasche.
„Jakob, kannst du mir bitte bei deiner Lieblingswirtin ein großes Schwarzbier bestellen?“
Jakob sprang auch sofort auf und rannte los, um seine Freundin zu suchen.
Dann drehte er sich noch mal um und fragte ganz unauffällig „Willst du das Bier in so einem Krug den du so toll findest?!!!!!“
„Ja klar“ gab Jakobs Papa zur Antwort. „Worin denn sonst?! Darin schmeckt das Bier noch mal so gut!“
„Nee Papa du liebst diesen Krug, stimmts? So einen Krug hättest du bestimmt auch gerne, nicht wahr Papa!“
Jakobs großen Augen strahlten seinen Papa an, und sie verrieten, dass er am liebsten alles raus- geschrieen hätte, was er Geniales in den letzten Minuten verbracht hatte. Aber er schwieg so beredt. Es war bewundernswert.
Und damit nicht doch noch was rausrutschte, mischte sich Jakobs Mama jetzt ein:“Ach Jakob, jetzt geh, aber bevor dein Papa verdurstet!“ Und forderte somit ihren Schatz mit einem verschwörerischen Augenzwinkern auf, jetzt endlich zu gehen und nichts zu verraten.
Jakob sprang auch sofort los, und in der Drehung wollte es wieder heraus aus dem kleinen Mann, aber seine Mutter schob sofort ihren Zeigefinger an ihren Mund und schüttelte ganz leicht, fast unmerklich, ihren Kopf, und Jakobs Papa guckte in die Speisekarte und hat gar nichts mitbekommen.

Und nun, einige Tag später und viel zu früh zum Aufwachen, (um sechs Uhr) musste der als strengstes Geheimnis gehütete Bierkrug seinem Papa überreicht werden. In solchen Momenten ist die Frage nach dem Wesen des Schenkens mehr als nur gerechtfertigt.
Das echte Schenken, das Zulassen des Beschenktwerdens vorausgesetzt, lässt mindestens zwei Herzen bis zum Himmel schlagen. Ein Blick in die Kulleraugen, die voller Ungeduld darauf brennen, dass Papa endlich das Geschenk auspackt, die Energie, die die Liebe freisetzt die mit dem Bierkrug von Besitzer zu Besitzer wandert, sprengt alle Grenzen.
Obwohl er aus dem tiefsten Tiefschlaf gerissen wurde, durch ein ungeduldig hüpfendes Kind, das allen verzweifelten Aufforderungen der liebenden Mutter und Gattin, Gnade walten, und Papa an seinem Geburtstag noch für weitere ein bis 2 Stündchen weiterschlafen zu lassen, fing Papas Herz augenblicklich an, freudig im Takt des dargebotenen Geburstatgständchens zu schlagen. Denn schon längst hatte sich der Kleine Mann in seine Träume geschlichen.

Eine halbe Stunde später. Nachdem Jakobs Papa sich bereits mehrfach seinen Kopf an den Deckenbalken gestoßen hatte (Die Zimmer in so einem alten Fachwerkhaus sind nicht wirklich hoch und haben ab ca. 185 cm. Körperlänge einiges an Gefahren zu bieten.), setzte sich Jakob auf den Schoß des Geburtstagskinds. „Du Papa, wenn du mal stirbst, dann kriege ich aber den Bierkrug! Ok?!

Kategorien: Jakobs Tagebuch | 0 Kommentare

Beitrag Freunden empfehlen
  • Facebook

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!