Skip to content

Das Buch

       

Jakob hat ein kleines Problem

Ein Auszug aus "Jakobs Tagebuch"

In letzter Zeit hatten sich die Ereignisse überschlagen und eine Katastrophe gab der nächsten die Klinke in die Hand. Nach dem Wasserrohrbruch folgte der Einbruch in die Wohnung von Jakobs ältestem Bruder David. Dann kam die Nachricht, dass die Wände nach dem Rohrbruch nicht richtig abtrockneten, und jetzt saß Jakob am Esstisch und produzierte ohne Unterlass Papierschnipsel. Alles in Allem zuviel für ein zart besaitetes Männerherz wie das von Jakobs Papa
Eigentlich bestand gerade heute kein Grund für Jakobs Papa kurz angebunden zu sein. Jakob war erst vor einer halben Stunde mit seiner Mama nach Hause gekommen, und jetzt war es bereits neunzehn Uhr. Da war also genug Zeit gewesen, mal etwas abzuhängen, so alleine zuhause.
Jakobs Mama hatte Jakob und Fabio, den kleinen portugiesischen Kugelblitz mit der verblüffenden Ähnlichkeit zu Ronaldo, vom Schwimmen abgeholt und war dann anschließend zu Fabios Mama gefahren um sich dort kompromisslos festzuquatschen. So wie Fabio seinem Idol Ronaldo glich (allerdings nur bezüglich Mimik. Fabio hatte noch zuviel Kinderspeck. So war er allein auf Grund seiner Statur der geeignete Angstgegner in jeder Kinderfußballmannschaft)  war Maria die fleischgewordene portugiesische Mama. Dunkle Haut, lange kohlrabenschwarze Haare, die ihren Kopf mit wallenden Locken zu einem echten Hingucker machten. Darüber hinaus war sie mit der Fähigkeit ausgestattet, zu jeder Verabredung mindestens eine halbe Stunde zu spät zu kommen, um sie dann anschließend mindestens um eine Stunde zu überziehen.
Jakobs Mama war also nun bei Maria und quatschte und Jakob spielte mit Fabio. Wenn so zwei kleine Jungs zusammen sind, dann werden schonmal die Väter bemüht, um mit dem deutlichen Hinweis auf die Abstammung die ein oder andere Supermanneigenschaft für sich zu beanspruchen.  So kann Jakobs Papa ohne Hilfsmittel über eine drei Meter hohe Mauer springen, die besten Spiegeleier braten oder besser Karate als alle bereits bekannten Kämpfer. Fabios Papa konnte auch ganz viele Sachen, aber die interessierten Jakob ehr weniger, weil sein Papa das alles sowieso besser konnte als Fabios Papa (stech, wer’s zu spät sagt, hat Pech)!

Jakobs Papa hatte bis vor ein paar Jahren noch in einem ortsansässigen Karate-Verein mit Hingabe Karate trainiert. Seit etwas mehr als einem Jahr trainiert Jakob im Taekwondo-Verein bei Anja. Aber egal wie gut Anja ist, und sie ist sehr gut und war auch schon für Olympia nominiert, Papa ist trotzdem der Größte. Erst vor einigen Tagen hatte Jakob nach wildem “Gekämpfe“ mit seinem Papa versucht mit einem Taekwondo-Kick gegen Papas Hintern Eindruck zu schinden. Jakobs Papa reagierte jedoch blitzschnell und konnte Jakobs Fuß nicht nur abwehren, sondern darüber hinaus auch noch festhalten. Jakob war sichtlich beeindruckt. „Papa, hast Du gesehen, was ich machen wollte?“ fragte Jakob schwer begeistert von der unerwarteten Reaktion seines Papas.

„Nein, habe ich nicht“ erwiderte Jakobs Papa.
„Aber wie hast Du das dann gemacht?“ fragte Jakob nach.
„Ich spüre so etwas!“
Jakob wurde ganz nachdenklich. „Papa, bist du ein Jedi?“

Jetzt war es Jakobs Papa der der etwas blöd aus der Wäsche schaute. „Vielleicht, wer weiß! Vielleicht bin ich ja ein Jedi, was meinst du?“
Der kleine Taekwondo-Fighter schaute seinem Papa mal wieder mit diesem unnachahmlichen Blick, der ganz tief in die Seele zu gehen scheint, an. Dann nahm er seinen Papa an beiden Händen und sagte:
„Papa, du musst wieder anfangen zu trainieren“
Papa: „Du meinst ich soll wieder Kampfsport machen?“
Jakob: „Nee Papa, Du sollst wieder Karate machen“
Papa: „Ach Gott, da zerreiß ich mir ja die Knochen und Muskeln.“
Nach einem kurzen prüfenden Blick fuhr Jakob gnadenlos fort: „Hmmmm, dann musst Du eben langsam anfangen und dann stärker trainieren.“
Und um seinen Papa nachhaltig zu motivieren, fügte er noch hinzu: „Papa, Du schaffst das. Ich glaube an Dich!“

Tja, da war Jakobs Papa erstmal baff. Aber so ganz einleuchten wollte es ihm nicht, warum Jakob denn nun unbedingt wollte, dass er wieder Karate machte. „Was ist denn wenn ich gar nicht wieder anfangen will mit dem Training?“
Jakob: „Ach Papa, du willst aber. du musst einfach nur wieder anfangen, dann willst du auch wieder!“
Papa: „Ja, schön soweit, damit hast du vielleicht sogar Recht. Aber ich will nicht!“
Jakob: „Doch Papa du musst aber wollen, hast du mich verstanden!?“

Oh jetzt wurde der Kleine Mann aber autoritär. Nun duldete er keine Widerrede mehr:
„Papa, du bist der beste Karatekämpfer den ich kenne, und wenn du wieder trainierst, kannst du mir noch mehr und noch besser Tricks zeigen!“
Papa: „Das kann ich aber auch so. Kann das sein, dass du mir den eigentlichen Grund noch nicht genannt hast?“
Jakob: „Ich habe Anja …“

Anja war uA. Jugend- und Kindertrainerin in Jakobs Taekwondo Verein, jung, sportlich, nett und auch nett anzusehen und wie bereits erwähnt zu allem Überfluss bereits für Olympia nominiert gewesen.

„Papa der Anja habe ich versprochen dass Du mal mit ihr kämpfst.“
Papa: „Und wahrscheinlich auch, dass ich ihr zeige, wo der Hammer hängt?“ fragte Jakobs Papa kopfschüttelnd nach. Nach kurzer Überlegung bestätigte Jakob diese Vermutung mit einem verschämten „Ja“

Papa: „Weißt Du eigentlich, was die Anja aus mir macht? --- Papa-ya! Ich habe jetzt bereits 5 Jahre nicht mehr trainiert und war auch noch nie in der Olympiaauswahl.“
Jakob: „Ach komm Papa – Du schaffst das. Ich glaube an Dich. Du musst es nur wollen!“


Da fragte Jakobs Papa sich ernsthaft, wer seinem Sohn all diese Scheißsprüche beigebracht hatte. Kurz zuckte es in Jakobs Papas Herz und er überlegte tatsächlich, wieder zu trainieren, aber auf keinen Fall um sich von Anja verhauen zu lassen. Die Überlegung dauerte aber nicht lange an. Das würde Jahre dauern, diese eingerosteten Gelenke und verhärteten Muskeln und Sehnen wieder gangbar zu machen, unmöglich! Dann sagte er mit aller Entschlossenheit die ein Vater seinem flehendem Sohn entgegenbringen kann: „Nein mach ich nicht. Und außerdem: Die Anja ist ein Mädchen!“

Das schien ein sehr gutes Argument zu sein. Mit Mädchen kloppt man sich eben nicht (auch wenn sie stärker und brutaler sind als man selbst).
Jakob überlegte aber nichteinmal. Die Antwort kam postwendend: „Papa die Anja ist eine ausgewachsen alte Frau und ganz schön stark!“
<Genau -- !!! und leider viel besser als Dein Papa jemals sein kann> dachte sich da Jakobs Papa! Aber was er dann sagte war eigentlich genau das Gleiche: „Eben mein Sohn, eben!“ Damit konnte Jakob jetzt doch eher wenig anfangen und das Thema wurde fürs Erste vertagt.

Aber wieder zurück zu Jakobs und Fabios Prahlereien. Da die Kleinen mit den Heldentaten ihrer Väter nicht wirklich trumpfen konnten, verlagerte sich ihre Diskussion mit der Zeit auf andere Themenbereiche.

„Also!“ sagte Fabio. „Also ich sitze immer ganz lange auf dem Klo. Meine Mama ruft mich dann immer, damit ich mich beeile.“
Da konnte Jakob aber jetzt wirklich mitreden. „Ich sitze auch immer ganz lange auf dem Klo, wie mein Papa.“
Fabio: „Ja mein Papa sitz auch immer ganz lange auf dem Klo. Meine Mama hat sich da früher immer drüber aufgeregt.“
Jakob: „Meine Mama regt sich heute noch immer auf!“
Fabio: „Mein Papa nimmt immer eine Zeitung mit und liest auf dem Klo!“
Jakob: „Mein Papa nimmt immer sein Tablet-PC mit und Kataloge und Hi-Fi Zeitungen.“
Jakobs Mama musste jetzt aber mal dazwischen gehen und die beiden Jungs dazu bringen nicht alle Internas auszuplaudern. Schließlich hörte ja noch Maria mit.

Mama: „Woher willst Du das denn wissen, dass der Papa sein Tablet, Hi-Fi Zeitungen und Kataloge mitnimmt?“
Jakob: „Warum liegen denn die Sachen sonst auf dem Klo rum?“ setzte Jakob etwas provokant nach.
Jetzt schlug Fabios Stunde: „Mein Papa sitzt immer eine ganze Stunde auf dem Klo!“

Die Verblüffung war groß. Eine Stunde – alle Achtung! Und damit nun keiner mehr auf die Idee kommen konnte die Stunde noch zu toppen, setzte Fabio an, seinen Vater endgültig rekordverdächtig zu machen.
„Ja, der sitzt eine Stunde auf dem Klo und macht die ganze Zeit Köttel!“

Zack! Guinness Buch – ein neuer Eintrag wird fällig!

Das konnte Jakob aber nicht so stehen lassen. „Mein Papa kackt auch die ganze Zeit!“ Und mit Blick auf seine Mama fügte er noch schnell den Grund für seine Behauptung hinzu: „Das riecht man – Mama!“

Der einzige Trost in solchen Situationen für einen Vater ist die Einsicht, dass er nicht alleine dermaßen vorgeführt wird und, dass die Jungs das offensichtlich total klasse finden, wenn Papa lange auf dem Klo hockt. Aber wo sonst ist Mann vor weiblichem Zugriff besser geschützt als auf dem Klo?

Jetzt waren Jakob und seine Mama wieder zuhause und Jakob schnippelte Papier auseinander, dass er anschließend wieder zusammenklebte. So richtig entdecken, was das denn werden sollte, konnte Jakobs Papa nicht. Aber bevor er seinen Kleinen erneut etwas ungehalten auffordern konnte, das Geschnipsel endlich wegzuräumen, nahm ihn Jakobs Mama beiseite um einige erklärende Worte an ihren Mann zu richten.

„Sei mal nicht so streng mit Deinem Sohn“, eröffnete Jakobs Mama die Erklärungsversuche für das Tun ihres Kleinen.

„Der Jakob bastelt ein Buch“, fuhr sie fort. „Und dieses Buch ist sehr wichtig für Den Kleinen!“

„Das musst du mir jetzt aber etwas näher erklären“, forderte Jakobs Papa seine Frau auf. „Was für ein Buch bastelt der Jakob denn da?“

Mehr soll hier nicht verraten werden. Den Rest gibt es dann später in Buchform

 

Kategorien: Jakobs Tagebuch | 0 Kommentare

Beitrag Freunden empfehlen
  • Facebook

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!