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Schliebmich Teegespräche

11:00 Uhr
Eben kam mein Kollege Wolle zu mir ins Büro, als Gregor gerade nicht da war. Erst hat er gezögert hereinzukommen, aber als er sah, dass ich die Fenster aufriss, hat er es doch gewagt. Manchmal wundere ich mich schon über Wolle. Er schafft es, selbst im Winter mit Birkenstocksandelen ins Büro zu kommen. Lediglich die Farbe und die Beschaffenheit der Socken in den Sandalen variiert  den Jahreszeiten entsprechend.  Gelegentlich korrespondiert das Sockenoutfit mit dem der getragenen Oberbekleidung. Das heißt : Dünne Socken = T-Shirt und  Dicke Socken = Pullover! Aber sonst kann man nix sagen gegen Wolle, netter Kerl. Gregor eigentlich auch, aber der hat nun mal was gegen frische Luft und Deo!

Die Tür geht auf und Gregor kommt wieder herein mit Blick auf das geöffnete Fenster. Ich verstehe. Aber bevor ich reagieren kann, entwickelt sich zwischen Gregor und Wolle ein interessantes Zwiegespräch das meine volle Konzentration gefangennimmt und mich in meinem Tun innehalten lässt.
Wolle: „Ich hoffe, du bist mir nicht böse!“
Gregor: „Hääähhh?“
Wolle: „Ja wegen dem Tee?“
Gregor: „Hääähhh, wieso Tee?“
Wolle: „Letzten Monat habe ich Dir einmal etwas Tee geklaut!“
Gregor: „Hääähhh, letzten Monat? Tee?“
Meine Konzentration wächst. Wie wird Wolle da wieder rauskommen? Allerdings war Wolles Eröffnung auch nur haarscharf an der Qualität eines Häääähhh vorbei.
Wolle: „Ich hatte keine Tee mehr und habe mir einen Beutel von deinem Salbeitee genommen!“
Gregor: „Welchen Salbeitee?
Wolle: „der in der Spülwanne auf deinem Bürocontainer“
Gregor: „Da hab ich keinen Salbeitee!“
Wolle: „Oder war es doch ein anderer Tee?“
Gregor: „Weiß ich nicht.“
Wolle: „Hast Du denn Salbeitee?“
Gregor: „Wenn du ihn dir genommen hast, dann hatte ich Salbeitee!“
Wolle: „Aber du sagtest doch, du hättest keinen Salbeitee.“
Gregor: „Nicht in der Wanne!“
Wolle: „Häääähh?“
Gregor: „Wie…. Hähhh“
Wolle: „Denn woanders?
Mein Kopf fängt an zu rotieren. Ich will nicht mehr! Ich will weg, bevor meine Ohren aufhören zu hören, weil sie sich dem Gehörten verschließen wollen. Ich kann aber nicht. Ich klebe förmlich an den Lippen der beiden Kontrahenten. Das ist wie der Blick in die Verdammnis. Man weiß, man muss wegschauen, aber man kann nicht!
Gregor: „Neben der Wanne!“
Wolle: „Ja kann auch sein.“
Gregor: „Der ist aber schon seit Monaten abgelaufen!“
Wolle: „War aber lecker!“
Gregor: „Nee!“
Wolle: „Warum nee!“
Gregor: „Ich mag keinen Salbeitee“
Wolle: „Warum hast du denn dann Salbeitee?“
Ich muss etwas unternehmen. Das muss ein Ende haben. Also mische ich mich ein mit in meinen Augen genialem Einfall: „Wenn ich mal etwas dazu sagen darf, so liegt die Lösung doch auf der Hand. Gregor du magst keinen Salbeitee, hast aber welchen, auch wenn er bereits abgelaufen ist. Du Wolle magst abgelaufenen Salbeitee. Dann kann dir Gregor doch den Tee geben. Er ist ihn dann los und muss ihn nicht entsorgen, und du hast deinen geliebten abgelaufenen Salbeitee und brauchst ihn dir nicht zu kaufen. Ist doch genial einfach… oder!“
Ich schaue in vier weit aufgerissene Augen.
Gregor: „Hääääää?“
Wolle: „Häääää?“
Ich: „Na?“ (das ist der Alias für Häääää)
Gregor: „Ich hab auch noch Pfefferminztee!“
Wolle: „Auch in der Wanne?“
Gregor: „Wieso auch?“
Wolle: …..
Bevor Wolle antworten kann, verlasse ich fluchtartig den Raum. Soll Gregor das Fenster doch selber zumachen.
Kategorien: Aus meinem Leben | 0 Kommentare

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Bonjacque die schönen Seiten am : Schliebmich Salbeitee und Lammkarree

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Schonmal versucht in Düsseldorf Lammkarree zu kaufen? Das ist vergleichbar mit dem Versuch in Köln Altbier zu bekommen. PS. unbedingt die Vorgeschichte lesen! 15:30 UhrAm Nachmittag muss ich privat nach Düsseldorf. Als Aachener darf man das, das wird

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