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Der Hilferuf Teil 2

Jetzt wird es wirklich böse für Jakobs Papa. Sein kleiner Bengel dreht richtig auf. Die Situation droht zu eskalieren.... Lies hier, wie es weitergeht.

Lies zuerst Teil1 der Geschichte

Etwa 100 Meter entfernt näherten sich einige Personen. In der Dunkelheit konnte man nicht erkennen, um wen es sich handelte. Jakob humpelte aus der dunklen Gasse Richtung Straßenlaterne. „Hilfe Mama, Mama, ich will zu meiner Mama. Hilfe, nein lass mich in Ruhe. Lass mich zu meiner Mama.“ Schluchzend und herzzerreißend jammernd suchte Jakob den Schutz des Lichtkegels. „Jakob, lass den Blödsinn. Hör auf nach Hilfe zu rufen“, versuchte sein Papa ihn zum Aufhören zu bewegen. „Hilfe, nein bitte nicht, ich will zu meiner Mama, Mama, Mama wo bist du?“ 

                  

„Sag mal, bist du verrückt? Hör auf damit! Wenn das jemand hört!“, flehte Jakobs Papa seinen Sohn an. Zu spät, die Leute kamen näher. Erst zögerten sie einen kurzen Moment und dann hatte es den Anschein, als ob sie ihren Schritt beschleunigten. Jakobs Papa musste schnell handeln, sonst war es zu spät. Aber wie, was konnte er tun, ohne letztendlich doch als böser Onkel auf offener Straße zusammengeschlagen zu werden von friedlichen Bürgern, die endlich mal die Gelegenheit ergreifen konnten, einem von diesen widerlichen Kinderschändern so richtig eins mitzugeben. Der ganze Volkszorn auf Schläger und Kinderschänder würde sich hier an ihm entladen.

Mittlerweile kullerten kleine Tränchen an Jakobs Wangen herunter und verliehen dem ganzen Szenario den perfekten Rahmen. Jakob hatte sich mittlerweile so in seine Aufführung reingesteigert, dass man berechtigt fragen konnte, ob er noch zwischen der tatsächlichen und der von ihm dargebotenen Wirklichkeit unterscheiden konnte. Jakobs Papa griff zum letzten zum ultimativen Mittel. „Ok, eine Sendung mit der Maus, aber danach ist Schluss!“ Das Schluchzen wurde etwas leiser, hörte aber nicht ganz auf. „Hast du gehört, wir gehen jetzt nach Hause und du darfst die Maus gucken… hast gewonnen!“ Wer jetzt denkt diese Ankündigung hätte etwas bewirkt muss sich leider sagen lassen, dass dem nicht ganz so war. Jakob schrie jetzt nicht mehr nach seiner Mama, war aber offensichtlich noch immer in seinem eigenen Theaterstück gefangen.

Mittlerweile waren die Personen auf einige Meter herangekommen und schälten sich langsam im Schein der Straßenlaterne aus der anonymisierenden Dunkelheit. Jetzt wird sich zeigen, was passiert.
„Hoffentlich muss ich nicht zu lange leiden“, dachte Jakobs Papa und musste bei diesem Gedanken schon fast lachen.
„Na, haut dein Sohn dich gerade in die Pfanne?“
Die Leute hielten an und grinsten über das ganze Gesicht. „Hör mal, der ist ja nun echt nicht ohne, der hat es aber echt drauf!“
Jakobs Papa guckte in die amüsierten Augen der befreundeten Nachbarn und war so erleichtert keinem Fremden begegnet zu sein. Wer weiß, was da hätte passieren können.

Kurze Zeit später verabschiedete man sich nicht ohne noch mal darauf hinzuweisen, dass Kinderschänder in Deutschland kein hohes Ansehen genießen. Jakobs Papa war nicht nur froh nicht verhauen worden zu sein, sondern auch darüber, dass Jakob, der sich mittlerweile wieder im Hier und Jetzt eingefunden hatte, wohl den verzweifelten Beruhigungsversuch und das voreilige Nachgeben seines Papas nicht wahrgenommen zu haben schien.

„So komm jetzt aber mein Schatz, wir gehen noch eine kleine Runde, ok?“
Jakob hatte die Hand von seinem Papa genommen und versuchte ausgelassen sich daran festzuhalten und zu schaukeln.
„Sag mal Jakob, du hast so echt gespielt, dass du bestimmt selber geglaubt hast, was du da gerufen hast?!“
„Ja Papa.“ Der Kleine hörte kurz auf mit seinem Schaukeln und schaute seinen Papa durchdringend an. Mit einem von diesen Blicken mit den großen, weit geöffneten Augen, die im Gegenüber die Seele durchwühlen.
„Ja Papa, ich wusste auf einmal nicht mehr ob du mein Papa warst oder der Räuber.“
„Oh Backe... Dann lass aber in Zukunft so einen Mist, ok!?“
„Ok Papa, hab verstanden.“
„Gut so, aber jetzt komm, sonst wird es zu spät zum Spazierengehen.“
„Gut Papa, aber gleich darf ich dann noch die Maus. Das hast du versprochen.“

Hier geht es zum letzten Teil des Hilferufs

Kategorien: Jakobs Tagebuch | 0 Kommentare

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