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Ich lass es leben, mein Haar Teil 3

Jetzt geht es den Haaren an die Wurzel. Jakob als Praktikant im Friseurhandwerk.

Lies zuerst Teil1 und Teil2

Erst mussten ein paar Haare an der Stirn ihr Leben lassen. Und weil es sich doch so schön anhörte und anfühlte (O-Ton Jakob), traute er sich auch an die Haare an den Schläfen.

Weil die abgeschnittenen Büschel dann auch noch so schön flauschig waren, setzte Jakob sein Werk am Deckhaar fort und im Nacken auch. Da es noch nicht genug Büschel waren und man langsam Routine bekam im Haareschneiden, mussten auch die restlichen Haare, die seinen Attacken bisher entgehen konnten, ihr Leben lassen. Dass die Kopfhaut nur knapp einem Zackenmuster entgehen konnte, ist wohl eher dem Zufall zu verdanken.

Das alles fand statt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der erste Angriff auf die Stirnbehaarung erfolgte noch mit Ansage unter den bereits erwähnten Sicherheitsvorkehrungen im Schlafzimmer. Danach wurde erst einmal im Spiegel das Werk überprüft und anschließend im Wohnzimmer weitergespielt. Jakob kam Oma und Opa zwar seltsam verändert vor, was man jedoch auf die noch nicht stattgefundene Morgentoilette zurückführte. Hierbei muss erwähnt werden, dass Zähneputzen und Waschen bei OmPa eher zu den Angelegenheiten zählen, die unnötig das Kind quälen und deshalb besser von Mama und Papa erledigt werden sollten.

Die Vollendung der Haarkunst fand dann unter dem Esstisch statt. Während Oma und Opa brav die Frühstückseier köpften, erfuhr Jakobs Kopf unter dem Tisch die ultimative Nachbehandlung. Als Jakob unter der Tischdecke auftauchte und stolz seine Haarbüschel präsentierte, war es bereits für großelterliche Präventivmaßnahmen zu spät. Jakob sah aus wie ein Pavian nach einem Stromschlag. Neben keck hervorstehenden Haarinseln schimmerte rosa Kopfhaut hervor. Neben gezackten Haarbüscheln fanden sich nahezu glattrasierte Streifen. Die Haare an der Stirn variierten zwischen „nicht vorhanden“ und einem Zentimeter Länge. Zum Glück waren die Ohren unverletzt.

Nach so einem respektlosen Eingriff in die Künste eines Friseurs mit Herzblut und Vision, musste unverzüglich der Profi ran, um zu retten, was zu retten war.
Josef sei Dank. Er hat ganze Arbeit geleistet. Gut, abrasierte Haare konnte auch er nicht wieder ankleben, aber nach einstündiger, akribischer, kunstfertiger Arbeit an Jakobs Kopf sah der Kleine zumindest wieder aus wie ein Junge und nicht wie eine in die Jahre gekommene Klobürste.
Natürlich haben sich seine Eltern so manche Gedanken gemacht, was ihn zu einer solchen Selbstverstümmelung getrieben haben könnte.
„Haben wir uns zu wenig um ihn gekümmert? War diese Aktion vielleicht der Ausdruck eines stillen Protestes gegen das Abschieben zu OmPa? War es eventuell sogar der Aufschrei einer vernachlässigten Kinderseele?“
Es dauerte mehr als eine Stunde ausgiebiger Diskussion zwischen Mama und Papa, bis sie sich dafür entschieden, seine Aktivitäten bezüglich Haareschneiden einfach als Spiel zu sehen.


Wer mag, kann hier demnächst weiterlesen.

Kategorien: Jakobs Tagebuch | 0 Kommentare

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